Business as usual oder positives Zeichen? (September 2011)

Die Behörden vor einem wichtigen Entscheid

Die Protestkampagne gegen den ACS-Autoslalom ruft die Freunde des Autosports auf den Plan: In Leserbriefen und in einer Stellungnahme des ACS wird festgestellt, dass der Autoslalom bisher professionell durchgeführt wurde, dass er unter Einhaltung der Vorschriften stattfand und dass man sich an dieser Veranstaltung nicht prügelte. Dies alles ist zwar erfreulich, wurde aber von der Arbeitsgruppe Flugplatzinfos nie in Frage gestellt. Fragen der Professionalität, der Sicherheit und der Legalität könnten ohnehin nicht Gegenstand einer Protestkampagne sein, sondern müssten allenfalls Polizei und Justiz beschäftigen.

Zur Diskussion steht hingegen die Frage, ob bei der Bewilligung und Durchführung von Events auf dem Flugplatz Interlaken auch umwelt- und klimapolitische Gesichtspunkte eine Rolle spielen sollen. Bisher haben die zuständigen Behörden noch nie zu erkennen gegeben, dass dies ihre Auffassung wäre. Sie stehen deshalb jetzt vor einem wichtigen Entscheid: Sollten sie den ACS-Autoslalom weiterhin bewilligen, würden sie dadurch signalisieren, dass sie ihre bisherige Praxis weiterführen wollen und auch im Zeitalter der Klimakatastrophe und der Erdölknappheit vor allem auf motorenbezogene Veranstaltungen setzen. Wenn sie den Autoslalom aber nicht weiter bewilligen, setzen sie damit ein positives Zeichen: Sie geben dann zu verstehen, dass sie Umwelt- und Klimaschutz in ihre Überlegungen einbeziehen. Ausserdem zeigen sie damit, dass sie die Anliegen der Leute ernst nehmen, die mit ihrer Unterschrift die Protestkampagne unterstützen und deren Anzahl auch einen Monat nach Abschluss der Kampagne weiter zunimmt.

September 2011, Arbeitsgruppe Flugplatzinfos

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