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Die Region Interlaken ist nicht Schall und Rauch

Interlaken Tourismus setzt in seiner Strategie voll auf die Schönheit und Unberührtheit der lokalen Natur und auf seine Lage inmitten von Seen und Bergen. Diese unvergleichliche Naturschönheit lockt unzählige Natur- und Erholungs- hungrige Besucher aus der Schweiz und aus aller Welt an. Doch die wertvollen Lebensräume in der Region sind von der Klimaerwärmung stark bedroht. Diese Bedrohung wurde durch den neuen UNO Klimabericht bestätigt welcher die befürchteten Folgen des Klimawandels in der Schweiz, wie etwa den massiven Rückzug von Berggletschern und Schneedecken aufzeigt.


In diesem Zusammenhang grenzt es an Absurdität, wenn die Tourismusorganisation Interlaken verkündet dass sie diesen Sommer vor ihrer Berg und Gletscher Kulisse, den Red Bull Air Race, eine Art Formel 1 der Lüfte, durchführen will.


Interlaken erhofft sich durch die Veranstaltung des Grossanlasses, Werbung, Geld und Besucher, doch Bilder von schöner Berglandschaft überdeckt mit dem Schall und Rauch der Flugzeuge werben nicht für das naturverbundene Image von Interlaken.


Der Flugverkehr wächst stetig und rasch. Fliegen aber ist ausserordentlich CO2-intensiv, wie folgendes Beispiel veranschaulicht: Ein Flug von Zürich nach Miami und zurück verursacht pro Person gleich viel CO2, wie ein Auto während eines Jahres.


In einer Zeit, in welcher die Interlakener Bergkulissen durch stetig steigende Treibhausgassemissionen bedroht sind, ist sich eine moderne Tourismuspolitik der Abhängigkeit von solchen Naturschönheiten bewusst und setzt sich für deren Erhaltung ein, sodass auch in Zukunft Touristen aus aller Welt angezogen werden, denn Interlaken ist nicht Schall und Rauch.


Niklaus Wagner, WWF Bern

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