Junge Grüne Bern

 

Rot für fliegende Stiere!

Ich kann die Begeisterung für akrobatisch waghalsige Flugmanöver durchaus nachvollziehen. Der Mensch macht sich mithilfe der Technik die Lüfte untertan, vermeintlich besiegt er die Gesetze der Schwerkraft und entzückt auf diese Weise das Publikum. Die Leute wollen unterhalten sein, gegen diesen Umstand wehre ich mich nicht im Geringsten, ich möchte dies auch. Fragt sich nur, ob das Vergnügen nicht gelegentlich der Vernunft unterzuordnen ist.


Mit dem „Red Bull Air Race“ wollen die Touristiker auf dem Bödeli einen Grossanlass von ungekanntem Ausmass ins Oberland holen. Eine Besucherzahl von bis zu 100'000 würde das Bödeli sprichwörtlich überfluten. Wer den Flugplatz beim jährlich durchgeführten Truckerfestival bereits einmal von oben bestaunen durfte, kann bestätigen, dass die Flugpisten von einer in der Sonne glänzenden Masse Blech förmlich überquellen. Auch bei einem allfälligen „Red Bull Air Race“ werden die meisten Fliegerfans mit dem Auto anreisen. Nicht der Ausstoss der kleinen und wendigen Flieger stimmt mich ärgerlich, es ist die verkehrstechnisch dezentrale Lage des Bödelis, die bei Autofahrten aus ganz Europa zu einer grossen Menge Benzinverbrauch führen wird.


Soll die Jungfrauregion wirklich zu einem Zentrum der Eventkultur werden, in dessen Rahmen immer grössere und verrücktere Projekte realisiert werden? Braucht die Tourismusregion Oberland nicht vielmehr eine Entwicklung in Richtung eines ruhigen erholungsorientierten Images?


Ich persönlich als Einwohner der betroffenen Region und als Vertreter der jungen grünen bern, halte die Durchführung der besagten Flugshow auf dem Flugplatz Interlaken für deplatziert. Mit den bereits bewilligten Festivals und Anlässen hat die Auslastung des  Flugplatzes Interlaken meiner Meinung nach einen Zenit erreicht. Das Areal sollte während der übrigen Zeit einer breiten Öffentlichkeit zugänglich sein.


Kaspar Schiltknecht, Vorstand junge grüne bern

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